DER
ROSENMONTAG
Der Rosenmontag
oder auf kölsch „Rusemondaach“ (Ruse = Rosen) erinnert
an den Sonntag Lätare, den Rosensonntag, der in Köln seit
dem 16. Jahrhundert als „Halbfasten“ gefeiert wurde.
An diesem Tag, der Mitte der Fastenzeit, lebte die Erinnerung an
den vergangenen Karneval noch einmal auf.

Dieser
Tag war als Nachfeier des Karnevals gedacht, speziell für diesen
Tag geschriebene Lätarelieder bezeugen das. Das strenge Büßen
und Fasten wurde für einen Tag unterbrochen. Es durfte nach
Herzenslust gegessen, gesungen und gefeiert werden. Der Rosensonntag
hieß auch „Mittfasten“. Die Farbe der Liturgischen
Gewänder war an diesem Tag nicht wie üblich violett, sondern
rosa. In Rom weihte der Papst am Sonntag Lätare, eine mit Moschus
und Balsam gefüllte Rose, die in einer Prozession durch die
Straßen getragen wurde.
Am
Rosensonntag fand auch das Winteraustreiben statt, wobei eine Strohpuppe
herumgeführt und verbrannt wurde (vgl. unsere heutige Nubbelverbrennung).
Das Winteraustreiben hatte seinen Ursprung in heidnischen Bräuchen,
wie auch heute noch die Wurzeln des Karnevals weit zurück in
kultische Bereiche gehen, die eine lange Geschichte haben.
Als der Karneval 1823 reformiert wurde, hat man erst einmal das
Lätarefest übernommen und noch bis 1832 beibehalten. Danach
trat dann der Name Rosenmontag als „Mittfastnachtstag“
in den Sprachgebrauch, denn die Hauptkarnevalstage waren von Karnevalssonntag
bis Karnevalsdienstag. Aus dem Mittfastnachtstag wurde der Rosenmontag
und aus dem Maskenzug wurde der Rosenmontagszug.
Als
1823 der Karneval neu organisiert wurde, gab man dem Fest den Helden
Karneval als Mittelpunkt, der durch seine Person den Karneval verkörpern
und der alljährlich am Rosenmontag seinen Siegeszug durch Köln
antreten sollte. Der Held war der personifizierte Karneval. Er sollte
„die Erbärmlichkeit des gewöhnlichen Treibens auf
Grund seines edlen Charakters“ wieder in die gewünschten
Bahnen leiten und alle Missstände besiegen.
Damals
stand immer die Figur des Helden im Mittelpunkt und nie die Person,
die den Helden verkörperte - ein Grund warum aus diesen Jahren
kaum Namen überliefert sind. In den ersten Jahren der Neuordnung
war die wichtigste Person neben dem Helden Karneval die Prinzessin
Venetia, seine ewige Braut. Wir finden die Venetia noch etwa bis
zur Jahrhundertwende im Rosenmontagszug, wenn auch zum Schluss sehr
unregelmäßig. Die Venetia, die von einem Mann dargestellt
wurde, verkörperte den Karneval des Südens.
Das
Gewand des Helden war dem des Kaisers nachgebildet, denn die Kölner
liebten ihren Kaiser, dem sie als freie Reichsstadt untertänig
waren und den sie stets begeistert gefeiert hatten, wenn er Köln
besuchte. Der Held trug eine goldene Krone mit einem Pfauenschweif,
dem Symbol der Unsterblichkeit. Die Karnevalsmütze gab es zu
der Zeit noch nicht. In der rechten Hand trug er ein Zepter, in
der linken eine „Waffe“, die heutige Pritsche, die auf
die Fruchtbarkeitsrute der Germanen zurückgeht. Über einem
weißen Gewand mit goldener Kette trug er einen Purpurmantel
mit Hermelinkragen. Aus dem Gewand des Helden wurde im Laufe der
Jahre das Kostüm des Prinzen. Das heutige Prinzenkostüm
ist der burgundischen Mode in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts
nachgearbeitet.
Auch
damals fand schon eine feierliche Inthronisierung des Helden statt.
Er bestieg am Fastnachtsmontag seinen Thron auf dem Neumarkt, wo
ihm der Ehrenwein kredenzt wurde. Dann startete der Maskenzug. Der
Held fuhr in einem mit Blattgold verzierten Delphin. Dieser kostbare
Wagen fuhr mehrere Jahre im Zug mit.
Nach
dem Krieg 1870/71 wurde aus dem Helden Karneval der „Prinz
Karneval“. Eine Prinzenproklamation gibt es erst seit 1936.
(mit
freundlicher Genehmigung von www.hoppsala.de)